Wärmeleitfähigkeit und Gewicht

Die Grundregel lautet: Je schwerer desto besser Wärme leitend (also weniger dämmend) und umso höher die erzielbare Festigkeit, die Speichermasse und die Schalldämmung.
Die leichtesten Betone weisen bei 5,50 KN/m³ eine Festigkeit von 2,0 N/mm² und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,14 W/mK. Mit 7,20 KN/m³ erreicht man immerhin 0,21 W/mK.

Winterlicher Wärmeschutz

Erfüllung eines Anforderungs-Ensembles Zentraler Punkt aller bauphysikalischen Nachweise ist mit Sicherheit die transparente Darstellung der Ermittlung des U-Wertes (k-Wertes). Die Berechnung des U-Wertes hat seit 1996 gem. ÖNORM EN ISO 6946 (xx) zu erfolgen.

In dieser Norm werden in bekannter Art und Weise die Wärmedurchlaßwiderstände von homogenen Bauteilschichten berechnet. Etwas modifiziert zu den bisher in Österreich üblichen Werten (siehe dazu im Katalog für empfohlene Wärmeschutzrechenwerte von Baustoffen und Baukonstruktionen, 1979, BMBuT) sind die Werte für die Wärmeübergangswiderstände und für die Wärmedurchlaßwiderstände von Luftschichten in Bauteilen.

Der Gesamtwärmedurchlaßwiderstand eines Bauteiles ergibt sich für homogene Bauteilschichten aus innerem und äußerem Wärmeübergangswiderstand und den Wärmedurchlaßwiderständen der homogenen Schichten.

Der Wärmedurchgangskoeffizient U ist der Kehrwert dieser Summe. Um dem Nutzer der Systemdatenblätter die Möglichkeit zur Variation zu geben ist/sind neben dem U-Wert auch Wert/e für die Wärmeleitfähigkeit des spezifischen Wandbildners angegeben. Für die übrigen Materialien - Putze, Dämmstoffe, Estrich etc. - sind die verwendeten Rechenwerte dem Kapitel (xx) Rechenwerte zu entnehmen.Sommerlicher WärmeschutzVermeidung der sommerlichen Überwärmung (gem. ÖN B 8110-3)

Wurde im Vorwort der immer steigende Komfortanspruch angesprochen, so bezieht sich dieser naturgemäß in thermischer Hinsicht nicht nur auf behaglich empfundene Temperaturen während der Heizperiode, bei gleichzeitiger Minimierung der Heizkosten, sondern selbstredend auch auf die warme Jahreszeit.

Einer der generellen Architekturtrends unserer Zeit ist zweifellos der hohe Flächenanteil transparenter Bauteile bei gleichzeitiger bewußter Orientierung dieser Belichtungsflächen Richtung Sonne. Dem Positiveffekt des solaren Wärmeeintrages während der Heizperiode steht allerdings der negative Effekt während der - in unseren Breiten kurzen, jedoch vorhandenen - heißen Periode gegenüber.

Die ÖNORM B 8110-3 gibt ein Verfahren an, welches unter Berücksichtigung einer langjährigen statistischen Auswertung und eines kontinuierlichen Lüftungsverhaltens während der kühleren Nachtstunden sicherstellen soll, daß die thermische Trägheit des Bauwerkes einer sommerlichen Überwärmung entgegensteht. Dabei werden die vorhandenen speicherwirksamen Massen von Räumen den Immissionsflächen gegenübergestellt und mit Mindestanforderungen aus der Norm verglichen. Erfüllung der Mindestanforderung bedeutet, daß im langjährigen Durchschnitt nur an wenigen Tagen pro Jahr 27°C Raumtemperatur überschritten werden.

Insbesondere für den Wohnbau in Ballungsräumen sind derartige Nachweise von besonderer Wichtigkeit, da sommerliche thermische Behaglichkeit den Komfortwert einer Wohnung ganz wesentlich beeinflussen kann. Die flächenbezogene, speicherwirksame Masse von Bauteilen muß nach einem aufwendigen Rechenalgorithmus berechnet werden. Die Ergebnisse für die jeweiligen Bauteile sind daher am Systemdatenblatt angegeben und können somit in die Nachweisführung gemäß ÖNORM B 8110-3 bequem eingesetzt werden.