Sichtbeton aus Leichtbeton

Monolithische Sichtbetonwände

In der modernen Architektur wird verstärkt der Ruf nach monolithischen, in einem Stück gegossenen, möglichst mit Sichtlächen ausgestatteten Wänden laut. Auf grund der gesteigerten thermischen Anforderungen an die Gebäudehüllen, sowie den nach wie vor vorhandenen, statischen Ansprüchen mit damit verbundenen Mindestfestigkeiten, erreichen wir sehr schnell den derzeit technisch und physikalisch machbaren Grenzbereich.
Als sehr vorteilhaftes Sytem hat seich ein tragender Skelettbau mit nur sich selbst tragenden Fertigteilen als Aussenhaut ergeben. Dies sollte bei der Planung unbedingt schon berücksichtigt werden, da gesteigerte Anforderungen an die Festigkeit sofort zu einer Gewichtszunahme und damit stärkeren Wanddicke führen (siehe Graphik). Der günstigste Festigkeitsbereich liegt zwischen 2,0 N/mm² und 5,0 N/mm², was für ein Einfamilienhaus genügen würde.
Einige, zum teil sehr laute Stimmen sind der Meinung, dass Dämmung nicht alles ist und vertreten den Standpunkt, dass ausreichend dicke, massive, diffusionsoffene Wände das Beste für ein gut funktionierendes Gebäude und die Bewohner sind- inklusive geringer Betriebskosten. Hiermit wollen wir Ihnen einen Anhaltspunkt für praktisch erzielbare Werte geben. Vor allem Industrie- und öffentliche Gebäude weisen zunehmend ein gesteigertes Kühlbedürfnis auf. Hiefür scheint diese Bauweise besonders geeignet zu sein.
Sollte eine derartige Wand den Witterungseinflüssen ohne Putzschicht ausgesetzt sein, muss sie noch hydrophobiert werden.

Schalldämmmaß monoltihischer Wände   PDF, 6.2 KB download PDF Dokument

Technolith- der etwas andere Leichtbeton

Mit Glasschaumzuschlägen der Fa. Technopor wurden vor allem in der Schweiz schon einige Häuser errichtet. In Österreich wurde er neu auf den Markt gebracht und ist bei der Firma Lafarge Beton in Wien beziehbar.

Monolithische Sichtbeton aus Leichtbeton

Sichtbetonfertigteile bei der Fa. Trepka
Leichtbeton mit 800 kg/m³ aus Blähtonzuschlägen
Lambda rechnerisch 0,24 W/Km
Der Nachweis der rostbeständigkeit wurde in einem der
ÖNORM B 3303 angelehnten und leicht modifizierten Verfahren
nachgewiesen. Der Test nach Karsten ergab eine Wassereindringtiefe
wie bei üblichen Sichtbeton.
Wandstärke 40 cm, Elementhöhe 280 cm

Arch. Patrick Gartmann/CH
errichtet ein Wohnhaus in Chur/CH. Der dabei verwendete Leichtbeton- Sichtbeton
wiegt über 1000 kg/m mit einer Wärmeleitfähigkeit m Lambda von 0,32 W/Km.
Dazu wird ein Gemenge aus LIAVER-Blähglas und LIAPOR Blähton verwendet, was die Herstellung eines gefügedichten, konstruktiven Leichtbetons ermöglichte.

Bei der Firma Kammel wurden 2006 Sichtbetonteile mit 50 cm stärke gegossen. Dazu wurde ein Ortbeton ähnliches Verfahren gewählt. Die Fertigteile sind auch nach längerer Bewitterung in tadelosem Zustand.

Prof.Dr.sc.techn. Mike Schlaich und Zareef, M. Evon von der TU Berlin
errichtete mit dem sogenannten "Infrabeton"- einem Leichtbeton mit weniger als 800 kg/m³ ein Wohngebäude. Seine umfangreichen Tests und deren Ergebnisse, sowie weitere Details dazu finden Sie in einem Bericht aus "© 2008 Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin · Beton- und Stahlbetonbau 103 (2008), Heft 3" und ist kostenpflichtig unter
www.ernst-und-sohn.de/zeitschriften/artikelrecherche/artikel.php?ID=22252
zu beziehen.